Frau - Wenn die Welt ins Wanken gerät

Was tun, wenn deine Welt ins Wanken gerät?

5. Aug 2021 | Krisen bewältigen, Leben, Trennung

Wir alle haben Träume für unser Leben. Wir alle machen Pläne und versuchen so gut es geht unser Leben und unser Umfeld in Bahnen zu lenken in denen wir uns gut und sicher fühlen. Bis zu diesem einen Tag, der unsere Welt ins Wanken bringt. Dein Partner verlässt dich, deine Eltern werden krank, du verlierst deinen Job oder dein ungeborenes Kind. Und plötzlich ist alles anders.

Was kann in diesen Zeiten helfen? Was stabilisiert dich in der Erschütterung? Was lässt dich auch auf schwankendem Boden noch sicher stehen und vorsichtige Schritte wagen?

Das Puzzle unseres Lebens

Leider oder vielleicht auch glücklicherweise gibt es dafür keine Pauschalrezepte. Denn jedes Leben, jede Situation und jede Persönlichkeit ist einzigartig. Es gibt viel gute Ratgeberliteratur, die wir zur jeweiligen Situation heranziehen können und doch kann sie uns immer nur eine Richtung weisen, eine Ahnung davon vermitteln was uns jetzt helfen könnte. Und wie so vieles im Leben ist es wie ein Puzzle-Spiel die richtigen Teile zu finden und (wieder) zu einem schönen Bild zusammenzusetzen.

Entwickle ein Gespür für deine Bedürfnisse

Um dieses Puzzle zusammensetzen zu können, ist es wichtig, dass du dich selbst gut kennst bzw. ein gutes Gespür entwickelst für deine eigenen Bedürfnisse, deine eigenen Ressourcen und Grenzen. Damit kannst du bereits beginnen, wenn deine Welt noch stabil und hell ist. Beschäftige dich mit deiner Persönlichkeit, lerne deine Gefühle zu spüren, auszudrücken und zu bewältigen. Erkenne was und wer dir guttut, was dir Kraft schenkt, was dich nährt und ermutigt. Gestalte stärkende Routinen in deinem Alltag.

Dieses Wissen über dich selbst und diese Inseln in deinem Alltag können dir Sicherheit und Orientierung geben in einer Phase deines Lebens, in der du dich unsicher und orientierungslos fühlst.

Sorge gut für dich

Stärkende Elemente in deinem Leben auch in der Krise beizubehalten ist zudem ein bewusster Schritt der Selbstfürsorge. Diese ist in den schwierigen Zeiten des Lebens besonders wichtig. Verluste und emotionale Situationen zu verarbeiten, kostet viel Kraft und Energie. Daher ist es wichtig, dass du gerade dann besonders gut für deine Seele, aber auch deinen Körper sorgst.

Wenn du nachts auf Grund des Grübelns nicht schlafen kannst, gönne dir einen Mittagsschlaf. Wenn du keinen Hunger hast, nähre deinen Körper zumindest mit leichten Lebensmitteln wie Obst oder Suppen. Pflege dich und schenke dir selbst ein Duschgel mit deinem Lieblingsduft oder eine wohlriechende Körperlotion. Gönne dir Ruhe aber auch Schönes, was deinem Körper und deiner Seele guttut.

Alltägliche Routinen wie das Schreiben in dein Tagebuch oder das Zeichnen in deinem Journal, das Spielen deines Lieblingsmusikinstruments, das Abendgebet, der Waldspaziergang, der Sonntagsbesuch in der Kirche – all das lässt deine Seele auftanken. Und auch wenn du daran jetzt nicht so viel Freude empfinden kannst wie früher, bahnst du zumindest den Weg zu neuer Lebensfreude und innerem Frieden.

Sei gnädig mit dir selbst

Sei außerdem in all deiner Traurigkeit, Schwäche, Angst und Wut geduldig und gnädig mit dir selbst. Fokussiere dich auf das hier und jetzt und schaue nicht zu weit voraus. Den einen Tag, den einen Schritt kannst du bewältigen. Um den nächsten Schritt kümmerst du dich, wenn er dran ist.

So wie es keine Pauschalrezepte und -lösungen für deine Situation gibt, so gibt es auch keinen Zeitplan, in dem es dir wieder gut gehen muss, du wieder funktionieren und ganz die Alte sein musst. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und erwarte nicht zu viel von dir selbst. Je bewusster du diesen Weg gehst, je behutsamer und achtsamer du mit dir in dieser Zeit umgehst, desto gestärkter wirst du aus all dem hervorgehen.

Verteile die Last auf verschiedene Säulen

In den meisten Fällen gerät lediglich eine unserer Lebenssäulen ins Wanken. Und auch wenn es sich anfühlt als würde deine ganze Welt zusammenbrechen, halte Ausschau nach den anderen tragenden Säulen in deinem Leben. Frage dich, welche Lebensbereiche es noch gibt, aus denen du jetzt Kraft schöpfen kannst, für die du dankbar sein kannst und auf die du dich jetzt stützen und fokussieren kannst.

Dein Job ist weg, aber du bist gesund und hast ein Hobby, dass dir Kraft und Freude bringt? Du wirst krank, aber hast Menschen und Beziehungen in deinem Leben, die auch jetzt an deiner Seite stehen? Dein Partner verlässt dich, aber du hast eine Arbeit, die dich erfüllt und andere Beziehungen, die dich durch diese Zeit des Verlusts und der Trauer tragen? Das sind nur Beispiele und nein, die anderen Bereiche deines Lebens können den Schmerz, die Wut und die Trauer über den Verlust, in dem einen wankenden Bereich nicht aufwiegen. Es wird eine Herausforderung bleiben, es ist ein Prozess, durch den du gehen musst und darfst.

Hilfreich ist es dennoch auch hier bereits in den Höhen des Lebens vorzusorgen. Achte darauf, mehrere stabile und tragende Säulen in deinem Leben zu schaffen. Viele von uns fokussieren sich zu sehr auf den einen guten Bereich in unserem Leben, den einen Traum, das eine große Ziel, das uns endlich erfüllt. Da ist die Mutter, die nur noch für ihr Kind lebt, die Karrierefrau, die auf dem Weg nach oben keine Zeit mehr hat für Freunde, Sport & Familie, die Single-Frau, die alles daransetzt, einen Partner zu finden, weil sie glaubt dann endlich glücklich sein zu können.

Zwar sind das nur Extrembeispiele, aber wir alle neigen ab und an dazu die Balance aus dem Blick zu verlieren. Lass das keinen Dauerzustand werden und investiere in mehr als nur einen Bereich in deinem Leben. Wenn dann eine deiner tragenden Lebenssäulen wegbricht, kommt deine Welte zwar ins Wanken, aber die anderen Säulen geben dir Kraft und sorgen dafür, dass deine Welt nicht gänzlich in sich zusammenfällt.

Du musst es nicht allein schaffen

Und last but not least, lass mich dich daran erinnern, dass du Krisen nicht allein meistern musst. Wir Powerfrauen von heute, sind es gewöhnt stark zu sein, alles gleichzeitig zu wuppen und unsere Probleme selbst zu lösen. Uns hilflos und schwach zu fühlen und das auch noch zuzugeben, fällt uns schwer und ist uns fremd. Aber lass mich dir sagen, dass es ok ist. Es gehört Stärke dazu sich einzugestehen, dass man gerade schwach ist.

Lass andere teilhaben an deinem Schmerz und deiner Wut. Klar nicht jeden. Wähle gut aus, mit wem du deine tiefsten Gedanken, Gefühle und Ängste teilst, denn nicht jeder kann und will damit behutsam umgehen. Und vielleicht sind deine Freunde und deine Familie zu nah an dir dran, um dich wirklich hilfreich begleiten zu können in dieser Zeit. Dann ist es sinnvoller, sich jemanden zu suchen der außen vor ist oder bereits andere begleitet hat in einer ähnlichen Situation – das kann ein Psychologischer Berater, ein Coach oder aber auch eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe sein. Wo auch immer du dich öffnen kannst und Unterstützung findest, gehe es an. Friss nicht alles in dich hinein, versuche nicht stark zu sein, wenn du eigentlich schwach sein möchtest. Lass dir helfen, lass dich begleiten, lass dich unterstützen.

Ich hoffe sehr, dass deine Welt nicht so bald ins Wanken gerät. Aber falls sie bereits schwankt oder demnächst eine sehr große Herausforderung auf dich wartet, hoffe ich, dass dieser Artikel dir ein paar hilfreiche Impulse an die Hand geben kann, um diese Phase deines Lebens durchzustehen. Ich wünsche dir, dass du Menschen an deiner Seite hast, die dich begleiten und ermutigen und du nach dieser Zeit stärker, weiser und lebendiger bist als je zuvor.

Gerne begleite auch ich dich dabei. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, wie ich dir in dieser Zeit helfen kann, buche dir gerne hier einen unverbindliches Kennenlerngespräch.

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Bildquelle Beitragsbild: Anthony Tran auf Unsplash

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